Jetzt sind es nur noch wenige Tage bis Weihnachten. Viele eifrige Bäckerinnen und Bäcker haben uns verraten, was für typische Kekse und Kuchen es in ihren Wahlheimatländern zu Weihnachten gibt oder ganz einfach ihre persönlichen Weihnachtslieblingskekse geschickt.
Ein paar ausgewählte Weihnachtsrezepte und Anregungen haben wir für Euch hier zusammengestellt:

In Südafrika isst man Soetkokies

Soetkoekies - Traditionelles Weihnachtsgebäck aus Südafrika - Internationale Weihnachtsrezepte

Mein persönlicher Favorit sind die südafrikanischen Soetkoekies. Das sind typische Gewürzplätzchen, die nicht nur gut schmecken sondern auch einfach in der Vorbereitung sind. Rund um die Mother City werden die nach herrlich exotischen Gewürzen duftenden Kekse in der Weihnachtszeit gegessen.
Und mit wenig Aufwand und einfachen Zutaten könnt ihr euch die Weihnachtsspezialität der Rainbow Nation ins heimische Wohnzimmer holen.

Soetkoekies Rezept & Zubereitung

Zutaten:

  • 300 g Mehl
  • 200 g brauner Zucker
  • 100 g Butter
  • 100 g gehackte Mandeln
  • 3 Eier
  • ½ TL Backpulver
  • ½ TL Weinsteinpulver
  • 1 TL Zimt
  • ½ TL Ingwer
  • ½ TL Muskatnuss
  • ½ TL gemahlene Nelken
  • 50 ml Rotwein oder alternativ Sherry

Zubereitung:
Mehl, Weinsteinpulver, Gewürze, Zucker und Mandeln miteinander vermengen. Dann Wein, Butter und Eier hinzufügen und zu einem glatten Teig vermengen. Backofen auf eine maximale Temperatur von 180° vorheizen. Das Backblech mit Backpapier auslegen und die Kekse auflegen. Zum Formen entweder einen Löffel verwenden oder den Teig in eine Spritztüte füllen und aufspritzen. Lasst genügend Platz zwischen den Plätzchen, da sich der Teig noch etwas ausbreitet. Dann die Kekse goldbraun backen. Die Backzeit beträgt in der Regel 10 bis 15 Minuten. Nach dem Backen die Kekse abkühlen lassen und kühl und trocken lagern. Fertig ist die südafrikanische Nascherei.
Dauer: ca. 30 Minuten.
Die Gewürze könnt ihr je nach Geschmack austauschen und variieren.

Laufabraud für die Isländer 

„Schneeflockenbrot“ oder „Laubbrot“ ist in etwa die Übersetzung des isländischen LAUFABRAUÐ, ein aus einfachem Teig hergestellter, dünner, knuspriger Fladen, der in der Weihnachtszeit und zu Silvester oft mit geräuchertem Lamm oder Schinken serviert und gegessen wird. Das Besondere daran sind die Verzierungen, die durch Einschneiden und Umklappen erreicht werden. Diese Muster haben dem Weihnachtsgebäck auch seinen Namen gegeben.

Rezept & Zubereitung für das Schneeflockenbrot

Zutaten:

  • 30 ml Milch
  • 1 EL Margarine
  • 500 g Mehl
  • 2 TL Zucker
  • 1 TL Salz
  • 1 TL Backpulver
  • 500 g Pflanzenfett zum Frittieren

Zubereitung:
Die Milch zum Kochen bringen und die Margarine in der heißen Milch schmelzen.
Im Folgenden das Mehl mit dem Zucker, dem Backpulver und dem Salz vermischen und unter die Milch-Margarine rühren. Anschließend alles gründlich durchkneten und in einzelne Portionen aufteilen.
Nun den fertigen Teig ganz dünn mit einem Nudelholz ausrollen.
Die vorbereiteten Brote werden dann mit Backpapier zwischen den einzelnen Stücken aufgeschichtet und mit einem Küchentuch feucht gehalten.
Parallel das Frittierfett in einer großen Pfanne heiß werden lassen.
Das Laufabrauð derweil mit einem scharfen, spitzen Messerchen vorsichtig verzieren. Dazu ritzt man die Teigfladen ein und klappt die Stückchen dann um.
Desweiteren die Fladen dann einzeln und ganz vorsichtig in der Pfanne in heißem Fett ausbacken lassen. Wenn das Laufabrauð goldbraun ist, nimmt man es aus dem Fett. Anschließend mit Küchenpapier o.ä. gut abtropfen und abkühlen lassen. Fertig ist der Weihnachtsgenuss aus Island!

Weihnachts-Leckereien in Down Under: Christmas Pudding

Christmas Pudding - Traditioneller Weihnachtskuchen in Australien

Die schlechte Nachricht vorweg; klassische Weihnachtsplätzen, wie wir sie kennen, gibt es in Australien nicht. Aber es gibt dennoch etwas anderes leckeres: CHRISTMAS PUDDING**. Das ist eine Art Kuchen mit langer Vorbereitungsphase.
Für den Christmas Pudding gibt es kein einheitliches Rezept, vielmehr sind es Familienrezepte und regionale Besonderheiten, die jeden Kuchen individuell werden lassen.
Traditionell wird er im Puddingtuch gekocht, beziehungsweise mehrere Stunden gedämpft. Danach kommt er meist für mehrere Wochen zum Trocknen und Reifen an einen kühlen Ort. In dieser Zeit entwickelt sich auch der besondere Geschmack des Christmas Puddings. Vor dem Servieren wird er noch einmal durch Dämpfen erhitzt. Die Weihnachtsspezialität wird meist mit Brandybutter, Rumbutter, Limonensahne oder Englischer Creme gegessen. Manche Familien bestreuen ihren Christmas Pudding mit Puderzucker, der dann wie Schnee auf dunklen Bergen aussieht.

Eine der vielen möglichen Zubereitungen findet ihr bei Essen-und-Trinken.de oder im Blog Einfach Guad
**Christmas Pudding findet man traditionell am 25. Dezember auch auf den gedeckten Weihnachtstafeln in England und Irland.

In Italien wird gezeltet? Wie bitte?

Mitnichten. Das Südtiroler Weihnachtszelten ist keine Freizeitbeschäftigung für hartgesottene Outdoor-Fans.
ZELTEN ist in der nördlichsten Region Italiens und der Nachbarregion Trentino der Name für das traditionelle Früchtebrot, das bei uns auch als Schnitz-, Kletzen- oder Hutzelbrot bekannt ist. In früheren Zeiten verfeinerte man in der Weihnachtszeit das Brot mit getrockneten Früchten aus der Gegend. In Norditalien waren dies meist getrockneten Birnen- (Kletzen) oder Apfelschnitze, manchmal auch Rosinen oder Dörrpflaumen. Als dann immer mehr Südfrüchte importiert wurden, bereicherten bald auch Datteln, Aprikosen und kandierte Zitrusfrüchte das Gebäck, und heute kommt auch noch Zucker oder Honig dazu.

Je nach Rezept kann die Masse größtenteils aus Trockenfrüchten wie Feigen und Rosinen sowie Nüssen, Mandeln, Pinienkernen und kandierten Zitrusfrüchten bestehen. Dann sind Mehl, Butter und Zucker nur noch der Kleber. Andere Rezepte benutzen mehr Teig und weniger Früchte und Nüsse – je nach Geschmack eben. Typisch für den Zelten ist, dass er nach dem Backen mit Mandeln und kandierten Kirschen verziert wird. Und wenn er nicht gleich verspeist wird, ist er – wie das Panforte – sehr lange haltbar.
So ZELTET man in Südtirol.

Struffolis: Kugeln für den Bauch – nicht für den Baum

Struffolis sind italienische Weihnachtskugeln zum Essen und werden nicht an den Baum gehängt. Ursprünglich kommen Struffolis aus Neapel.
Der Sage nach wurden bereits vor 2.500 Jahren von den griechischen Eroberern in Kampanien Teigkugeln in Öl frittiert und mit Honig übergossen. Bis heute sind diese kleinen Kugeln ein beliebtes und leckeres Weihnachtsgebäck.

Die Zubereitung ist recht simpel; kleine Teigbällchen werden in Öl ausgebacken und in einer Honig-Zucker-Mischung gewendet. Kandierte Früchte, Aniskugeln oder bunte Liebesperlen werden anschließend als essbare Deko auf den Kugeln verteilt.
In der Vorweihnachtszeit zieren wahre Kegelberge aus Struffoli die Auslagen neapoletanischer Bäcker und auch so manchen Gabentisch zu Hause. Nach dem Weihnachtsessen genießt man Struffoli gern mit einem Gläschen Limoncello-Likör.
Hier findet ihr ein typisches Struffoli Rezept.

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  1. Backen in der Vorweihnachtszeit - Deutsche-Baeckereien.de

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